Familien-Phase 2b: Paarbildung und Gleichgültigkeit

„Am 24.12. haben meine Geschwister und ich mittags den Christbaum beschmückt und unsere Geschenke verpackt. Am Abend gingen meine Mutter und Schwester in die Kirche, ich bereitete das Abendessen vor. Wir haben dann zusammen mit meiner Oma gegessen und alte Weihnachtsplatten gehört. Später am Abend war Bescherung, die wir immer als Würfelspiel durchführen: Jeder würfelt, und wer die höchste Zahl hat wird beschert. So kriegen alle mit, was jeweils verschenkt wird. Heiligabend war gegen 23 Uhr zu Ende. Mein Oma wollte nach Hause, meine Schwester fuhr zu ihrem Freund und mein Vater ging ins Bett. Ich habe lange überlegt, ob ich noch ausgehen und meine Freunde treffen soll, die an diesem Abend in der Regel immer in die Kneipe gehen, entschied mich aber dagegen. Stattdessen saß ich mit meinem Bruder und meiner Mutter bis 3 Uhr zusammen. Der Weihnachtsabend war leider mein unerfreulichstes Erlebnis: Meine Oma ist an diesem Tag immer depremiert, weil ihr Sohn vor 30 Jahren kurze Zeit davor tödlich verunglückt ist. Meine Eltern waren zerstritten und redeten eigentlich nicht miteinander. Es fiel allen sichtlich schwer, ‚heile Familie’ zu spielen. Am 25.12. war ich zum Mittagessen bei den Eltern meines Freundes eingeladen. Er selbst konnte nicht mitessen, weil er verkatert im Bett lag; er kam später bei mir vorbei.“ (Zuschrift einer 29jährigen Frau)

„Der Heiligabend begann nochmal stressig, da ich immer noch nicht alles eingepackt hatte und auch noch die restlichen Torten garnieren musste, die ich für den 1. Feiertag bei meinen Eltern gebacken hatte. Dann Palais aufgeräumt ... Baum geschmückt und noch ein wenig dekoriert, Badewanne voll laufen lassen um etwas ‚Ruhe’ einzufangen ... anschließend mich ein wenig ‚aufgehübscht’. Meine Eltern und ich haben uns fein an die ‚gedeckte Tafel’ gesetzt und harmonisch das Weihnachtsfest, mit unserem ‚alljährlichen Grünkohl’ nach Schlesischer Art und Braten gefrönt. [...] Um 22 Uhr war ich mit meinem Freund Jan und seiner Freundin M. verabredet ... war erst noch sehr müde und fror mächtig auf dem Weg mit Rad zu ihnen. Aber als wir dann gemütlich beieinander mit Glühwein und Gitarre und Gesangsbüchlein zu gemeinsamen Weihnachtsliedern einstimmten, wurde mir wieder warm und die Müdigkeit war wie verflogen!“ (http://leonie23.blog.de/2006/12/26/mein_weihnachten)

„Heiligabend waren wir bei den Eltern. Es war still, feierlich und gemütlich. Mama hat zum Kaffee eine Torte und Stollen gehabt (selbstgemacht). Zum Abendessen gab es lecker Braten und ein Glas Wein dazu. Wir saßen beieinander und haben viel geredet. Obwohl wir uns nichts schenken wollten, haben wir den Eltern einen kleinen Sack mit Leckereien und Gesundem unter den Baum gelegt. Als wir uns verabschiedet hatten, stand neben unseren Schuhen ein Korb angefüllt mit Leckereien. Der erste Feiertag war für mich wirklich Weihnachten – wir waren allein daheim, unsere Engel waren um uns. Der zweite Feiertag war auch sehr gemütlich, die Eltern kamen zu uns. Auch hier wurde wieder geredet und geschlemmt. Ein wenig Wehmut kam auf, da meine Schwägerin seit Sommer nichts mehr von sich hören lässt. Dei Eltern haben den Enkeln Päckchen geschickt, bekamen jedoch kein Danke oder ähnliches.“ (http://www.brigitte.de/foren)

„Weihnachten? Klasse! Das Beste ist das Styling für Heiligabend. Vorher ruft Mutter flehend an: ‚Sohni, komm’ nicht im Kapuzenpulli, Oma kommt auch. Mach’ dich bitte hübsch ja?’ Sohni antwortet maulig-gelangweilt: ‚Jaaaaa, bleib’ mal ruhig.’ Mutter energisch: ‚SONST WIRST DU ENTERBT!“ Gut, die Ansage ist deutlich, also schwingt man sich wenig später im Nadelstreifen-Anzug ins Auto. Einmal angekommen, steht Mutter schon zwei Stunden vor Eintreffen der anderen Gäste beeindruckend scharf gestylt (‚Wow, Mama, du siehst ja aus wie Ende 20’ – ‚Ach, Sohni, du bist süß’) im Hausflur. Am lustigsten ist wieder Vater. Der hat die Ruhe weg. Zwischen duftendem Braten und gefalteten Servietten hockt der derart fröhlich-entspannt im Schlabbershirt auf der Couch, als habe er gerade einen vierstündigen Saunaaufguss mit ätherischen Ölen hinter sich. Wenn dann Oma an der Tür klingelt (‚Hui, Enkel, im Anzug siehst du so erwachsen aus’ – ‚Mmh, danke’ – ‚Und größer bist du geworden.’ – ‚Ich wachse seit zehn Jahren nicht mehr’), rennt Vater hoch, zieht sich in Sekundenschnelle um und erscheint – tatatatata! – frisch rasiert, frisch duftend und in schicken Klamotten im Wohnzimmer. Mutter freut sich dann diebisch, dass sie die Männer in ihrem Haushalt doch ziemlich gut im Griff hat. Ich kann mir also weiterhin berechtigte Hoffnung aufs Erbe machen.“ (http://archiv.tagesspiegel.de)

„Frohe Weihnachten, ich konnte es irgendwie gar nicht fassen, dass gestern schon der 24. war. Naja, aber so schnell wie der Tag näher rückte, so schnell war er auch wieder vorbei. Mein Tag begann gegen 9 Uhr aufstehen und einem üppigen Frühstück. Danach musste mein Papa Geschenke einpacken. Und schwupps war es 14.30 und wir sind zur Kirche gegangen. Da haben wir dann gesungen und uns das Krippenspiel angeguckt. Viel verstanden hab ich allerdings nicht, da die kleinen Kinder immer abwechselnd schreien mussten. Anschließend gings wieder nach Hause, um beim Kaffeetrinken Geschenke auszupacken: Kurt Krömer DVD ‚Na du alte Kackbratze’, ein 1 GB SD-Speicherstick, Tim Mälzer DVD und ‚Born To Cook 2’ (kurios, da meine Freundin mir das Buch evtl. zum Geburtstag schenken wollte. Ich glaube, ich sollte mir über meine ‚Kochkünste’ Sorgen machen.) [...] Ok der Tag ging weiter. Gegen 19 Uhr sind wir dann zu ner Bekannten gefahren, um gemeinsam zu essen, jedoch hat das Dessert 2 Stunden gedauert. Dabei wollte ich um 21 Uhr bei meiner Freundin sein. Naja, dort angekommen, haben wir dann mit der Family gepokert. [...] Auf jeden Fall ein gelungener Tag. Heute gabs Gänsebrust, morgen gehts zu Opa Kaffeetrinken und vielleicht war ja auch da der Weihnachtsmann...?! Am 27. fahr ich dann zu meiner Mutter, denn da war wohl auch der Weihnachtsmann und hat mir nen Verstärker geschenkt. [...] Ou, und dann hab ich von meiner Schwiegermama auch noch was bekommen... hihi, da hab ich mich gefreut.“ (http://my.opera.com/EL%20KALLE/blog/mein-weihnachten)