Familien-Phase 4: Elternpflege und Sentimentalität

„Mein Sohn (40) wohnt bei uns im Haus (Zweifamilienhaus, er hat die untere Wohnung für sich). Weihnachten mache ich jedes Jahr eine Gans. Mein Sohn und seine Freundin wollten eigentlich gar nicht Weihnachten feiern. Er wollte aber die Gans essen, also haben sie vereinbart, dass sie am 24. zu ihren Eltern fährt und er bei uns ist. Da wir abends noch Besuch aus Kalifornien hatten, wollte ich die Gans schon Mittags machen. Das hat mein Sohn aber irgendwie nicht mitbekommen. Ich habe ihm angeboten, er könne auch abends mit uns etwas anderes essen, aber er wollte unbedingt „seine Gans“. Da seine Freundin über Nacht bei ihm war, ist sie dann gegen Mittag ziemlich erbost weggefahren. Mein Sohn hat zwar „seine Gans“ gegessen, aber ganz viel schlechte Laune gehabt. Ich bin total unglücklich, weil ich denke, ich habe es wieder vermasselt. Dabei habe ich doch gar nichts falsch gemacht. Typisch deutsches Weihnachten eben. Die Feiertage war ich dann mit meinem Mann wandern, das war erholsam.“ (Zuschrift von einer 70jährigen Frau)

„Es war das 4. Weihnachten ohne meinen Ex-Mann und das 1. sozusagen auch ohne meinen Sohn. Der hatte alle drei Weihnachtstage Spätschicht. So habe ich Heiligabend damit verbracht, meine Papiere zu sortieren, nur um mich abzulenken. Sonst wären nur zu viele sentimentale Gedanken aufgekommen. Dazu kam, dass das Weihnachtsgeschenk für meinen Sohn nicht funktionierte (eine E-Gitarre). Das Geschäft hat erst im Januar wieder auf und kann erst dann umgetauscht werden. Ach Mensch, durch diese ganze sentimentale Zeit hab ich auch wieder Sehnsucht nach meinem Ex, hab deshalb schon im Trennungsforum gepostet, weils mir heut nicht gut geht deswegen. Heute Abend noch durchhalten, dann ist es für dieses Jahr geschafft.“ (http://www.brigitte.de/foren)

„Bei mir waren die Weihnachten auch irgendwie nicht das was sie sonst immer waren. Der Grund meine 80jährige Mutter kommt mit dem Ganzen nicht mehr so zurecht und schafft es immer wieder jedes noch so schöne Fest durcheinander zu bringen und zwar massivst. Es wird dann soviel in Frage gestellt und ‚Alles war früher besser’ und ich kann einfach nichts gut genug machen.“ (http://www.brigitte.de/foren)

Ein Weihnachtsgedicht, das aus Freude am Schreiben vor 42 Jahren verfasst wurde:

Weihnachtsstimmung

Leise fallen Flocken nieder, / decken sanft die Erde zu. / Nun ihr Pflanzen schlafet wieder, / schlaft in tiefer Wintersruh.  //  Sinnend sitzt du hier im Zimmer, / Kerzenflammen spenden Licht; / Weihrauchkerzen, Lichtgeflimmer, / lächelnd neigt sich dein Gesicht.  //  Summst nun einen Ton ganz leise, / stimmt ein Weihnachtsliedchen an. / Durch den Raum erklingt die Weise: / ‚Weihnachtsfest komm’ bald heran.  //  Fest der Liebe soll es werden, / Freude, Glanz und Kerzenschein: / Alle möchten sie dann sagen: / ‚Friede soll auf Erden sein.’ (eingesandt an AOL-Weihnachtsgedicht 2006)

Ein Weihnachtsgedicht, das verfasst wurde, weil viel Wahrheit dahinter steckt:

Mein Wunsch an Euch

Ich wünsche Euch in diesem Jahr / Mal Weihnacht wie es früher war. / Kein Hetzen zur Bescherung hin, / Kein Schenken ohne Herz und Sinn.  //  Ich wünsche Euch eine stille Nacht, / frostklirrend und mit weißer Pracht.  //  Ich wünsche Euch ein kleines Stück / Von warmer Menschlichkeit zurück.  //  Ich wünsche Euch in diesem Jahr / ‚ne Weihnacht, wie als Kind sie war. / Es war einmal, so lang ist’s her, / da war so wenig soviel mehr. (eingesandt an AOL-Weihnachtsgedicht 2006)